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20.04.2010 - *** Topthema: Aufklärung zu Innenprovisionen bei Kapitalanlagen***

„Ein Anlageberater, der Fondsanteile empfiehlt, muss ungefragt darauf hinweisen, dass und in welcher Höhe er Rückvergütungen aus Ausgabeaufschlägen und Verwaltungskosten von der Fondsgesellschaft erhält“, so das LG München in einer aktuellen Entscheidung aus dem Februar (Az. bekannt).

Sollte eine Bank oder ein freier Anlageberater diese Pflicht zur Aufklärung des Kunden verletzt haben, besteht grundsätzlich ein Schadensersatzanspruch des Anlegers. 

Gängige Praxis bei Banken und freien Finanzdienstleistern ist jedoch, auf derartige Information vollumfänglich zu verzichten. Anlageberater werden grundsätzlich erfolgsabhängig bezahlt, umso höher das Risiko des empfohlenen Produktes, umso höher die Provision des Beraters- der Kunde weiß davon regelmäßig nichts. Damit ist nach den aktuellen Urteilen des OLG Hamm und des LG München jetzt Schluss. Geschädigte Anlegern können aufatmen und zumindest den Schaden der durch die fehlerhafte Beratung eingetreten ist minimieren.  

Wenn keine Aufklärung zu den verdeckten Provisionen erfolgt, kann der Anleger Schadensersatz verlangen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob der Berater Aktienfonds oder Medienfonds oder andere geschlossene Beteiligung vertreibt. Die Aufklärungspflicht dieses Interessenkonflikts ist in allen Fällen gleich.
 
Ausschlaggebend ist für die Beurteilung des Anlegers, warum der Berater gerade diese Anlagen empfiehlt, ist gerade die konkrete Bezifferung der an den Berater fließenden verdeckten Provisionen. Erst wenn der Anleger weiß, wie hoch die Provison des Beraters für die einzelnen empfohlenen Produkte ist, kann er beurteilen, ob nur die hohe Provision der Hintergrund für die Empfehlung ist und nicht die besonders guten Gewinnaussichten der Kapitalanlage.