Göhringer Finanzservice legt fehlende Jahresabschlüsse vor- erhebliche Verluste

Update! Nach monatelangen Prüfungen im Rahmen der begonnenen Restrukturierung legte die neue Geschäftsführung zum Jahreswechsel die Jahresabschlüsse für die Jahre 2008 und 2009 vor, nachdem schon im Juli 2010 der Jahresabschluss 2007 veröffentlicht wurde. Wie nicht anders zu erwarten, musste die neue Geschäftsführung heftige Verluste vermelden.Zudem wurde bereits in den Jahren 2002 bis 2006 entgegen den offiziellen Verlautbarungen der ehemaligen Geschäftsführung Verluste erwirtschaftet, ohne entsprechende Informationen an die Anleger zu übermitteln.

Im Gegenteil, den Anlegern wurde noch eine erhebliche Grundverzinsung von über 5% gutgeschrieben oder ausbezahlt, obwohl nur Verluste erwirtschaftet wurden.  Für die Jahre 2007 bis September 2010 wurde ein Fehlbetrag in Höhe von insgesamt € 11,8 Millionen ausgewiesen. Dabei entstand ein Bilanzverlust in Höhe von € 2,46 Mio. Ein Großteil der gesondert aufgeführten Beteiligungen der Göhringer Finanzservice wiesen einen Verlust aus, in einigen Fällen übersteigt alleine der Jahresverlust 2008 das vorhandene Eigenkapital um ein Vielfaches. Teilweise wurden zum Berichtszeitpunkt für die Beteiligungsgesellschaften noch keine Jahresabschlüsse für 2009 erstellt, in einem Fall wurde bereits Insolvenzantrag gestellt, in anderen Fällen ist ein solcher zeitnah zu befürchten.

Trotz dieser extremen Verluste geht die neue Geschäftsführung im Businessplan davon aus, dass es eine erfolgreiche Zukunft („Successful Future“) geben wird. Die „Erfolgsfaktoren“ der neuen Göhringer Finanzservice sollen gemäß dem Geschäftsplan in der Person des neuen Geschäftsführers Bosmediano, „seinem Know-how, den Markt- und Geschäftsführungskompetenzen, langjährigen Erfahrungen in den für den Erfolg des Geschäftes maßgeblichen Bereichen der Verwaltung von Kapitalanlagen, Vermögens- und Portfolioverwaltung sowie des nutzbringenden außergewöhnlichen Netzwerkes“ liegen.
Dabei werden angeblich konservative Prognosen zu Grunde gelegt, die „lediglich durchschnittliche Ausschüttungen von 10% im Wertpapierhandel und 12% im Private Equity Bereich“ betragen sollen. Wie diese Renditen (auf Dauer!) erzielt werden sollen, bleibt Geheimnis des Verfassers. Leider wird den Anlegern auch verschwiegen, dass der neue Geschäftsführer bereits bei der Göhringer Finanzservice Gruppe beschäftigt war und sogar Teilhaber der Göhringer Finanzservice auftrat.

Nur am Rande wird erwähnt, dass erhebliche Darlehensforderungen gegenüber verschiedenen Personen u.a. dem ehemaligen Geschäftsführer in erheblichen Umfang abgeschrieben werden müssen. Offen bleibt leider auch, ob diese Darlehensvergabe überhaupt vom Gesellschaftszweck abgedeckt war.
Die Ausgestaltung des Businessplans und die enthaltenen, wohl nicht haltbaren Renditeversprechungen verstärken die Zweifel an dem Erfolg der Umstrukturierung noch. Auch nach den Angaben im Businessplan werden Bögelein & Dr. Axmann Rechtsanwälte ihren Mandanten nicht empfehlen, die anstehende Sondervereinbarung, die offensichtlich mit einem Rechtsverzicht verbunden sein wird, zu unterzeichnen.

2017-02-12T13:05:54+00:00